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Sie lernen die frühen maladaptiven Schemata kennen, die Bewältigungsstile, die Schemamodi und die emotionalen Grundbedürfnisse, und wie diese Bausteine zu einem stimmigen Verständnis psychischen Funktionierens zusammenwirken.
Der Aufbau folgt drei Teilen: theoretischer Rahmen, praktisches Vorgehen und klinische Anwendungen. Jedes Kapitel verbindet konzeptuelle Erklärung mit konkreten Hinweisen für die tägliche Arbeit.
Der klinische Teil behandelt Angststörungen, depressive Störungen, Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen – mit ausführlichen Vorgehensweisen und Fallbeispielen. Eigene Kapitel zu desorganisierter Bindung und Dissoziation, zum strafenden Elternmodus und zu praktischen Übungen geben Werkzeuge für schwierige Verläufe an die Hand.
Die klare Darstellung und die praxisnahen Elemente – Vertiefungen, Vergleichstabellen, durchgearbeitete Fälle – machen die Konzepte unmittelbar anwendbar.
Für Studierende und Berufseinsteiger ebenso wie für erfahrene Behandlerinnen und Behandler, die ihr Repertoire erweitern möchten.
Schematherapie einfach erklärt
Der komplette Leitfaden zu Schemata, Modi und Techniken – emotionale Blockaden erkennen und bearbeiten
Format broché
29,50 €
Format Kindle
12,99 €
Présentation
Die Schematherapie hat sich als integrativer Ansatz für psychische Probleme etabliert, die wiederkehren und auf klassische Interventionen nur begrenzt ansprechen. Dieses Buch führt durch das gesamte Modell – von den theoretischen Grundlagen bis zur klinischen Anwendung.Sie lernen die frühen maladaptiven Schemata kennen, die Bewältigungsstile, die Schemamodi und die emotionalen Grundbedürfnisse, und wie diese Bausteine zu einem stimmigen Verständnis psychischen Funktionierens zusammenwirken.
Der Aufbau folgt drei Teilen: theoretischer Rahmen, praktisches Vorgehen und klinische Anwendungen. Jedes Kapitel verbindet konzeptuelle Erklärung mit konkreten Hinweisen für die tägliche Arbeit.
Der klinische Teil behandelt Angststörungen, depressive Störungen, Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen – mit ausführlichen Vorgehensweisen und Fallbeispielen. Eigene Kapitel zu desorganisierter Bindung und Dissoziation, zum strafenden Elternmodus und zu praktischen Übungen geben Werkzeuge für schwierige Verläufe an die Hand.
Die klare Darstellung und die praxisnahen Elemente – Vertiefungen, Vergleichstabellen, durchgearbeitete Fälle – machen die Konzepte unmittelbar anwendbar.
Für Studierende und Berufseinsteiger ebenso wie für erfahrene Behandlerinnen und Behandler, die ihr Repertoire erweitern möchten.
Sommaire
Die Grundlagen der Schematherapie
Theoretischer Rahmen
Geschichte und konzeptuelle Entwicklung
Grundprinzipien und Grundannahmen
Frühe maladaptive Schemata
Dysfunktionale Bewältigungsstile
Schemamodi
Emotionale Grundbedürfnisse
Die emotionalen Systeme nach Panksepp
Praktisches Vorgehen
Phasen und Aufbau der Therapie
Diagnostik und Erfassung der Schemata
Kognitive Techniken
Erlebnisorientierte Techniken
Verhaltensorientierte Techniken
Die empathische Therapiebeziehung
Brainspotting und therapeutische Ressourcen
Das Comprehensive Resource Model
Klinische Anwendungen
Behandlung von Angststörungen
Behandlung von Angststörungen
Behandlung von Suchterkrankungen
Behandlung von Persönlichkeitsstörungen
Desorganisierte Bindung und Dissoziation
Der strafende Elternmodus und seine Ursprünge
Fallbeispiele und praktische Übungen
Extrait
Die psychotherapeutische Praxis steht an einem Wendepunkt. Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit komplexen, chronifizierten Störungsbildern nimmt zu, und die etablierten Verfahren stoßen dabei erkennbar an Grenzen. In dieser Lage hat sich die Schematherapie als integrativer Ansatz durchgesetzt. Sie bietet einen neuen Zugang zu jenen wiederkehrenden psychischen Problemen, die klassischen Interventionen häufig widerstehen. Entstanden ist sie aus einer klinischen Enttäuschung. Jeffrey Young, ein amerikanischer Psychologe, hatte in den 1980er Jahren beobachtet, dass ein Teil seiner Patienten auf die kognitive Verhaltenstherapie nicht in der erhofften Weise ansprach – insbesondere jene mit chronischen Beschwerden und rigiden Persönlichkeitszügen. Aus dieser Beobachtung entwickelte er in den 1990er Jahren ein eigenes Modell. Youngs Leistung liegt in der Synthese. Er verband Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie, der Psychoanalyse, der Bindungstheorie und der Gestalttherapie zu einem stimmigen und wirksamen Modell. Die Schematherapie behandelt nicht die oberflächlichen Symptome, sondern setzt an den Wurzeln an: an frühen maladaptiven Schemata, die in der Kindheit entstehen und psychische Schwierigkeiten bis ins Erwachsenenalter aufrechterhalten. Die schematherapeutische Fallkonzeption erschließt psychische Komplexität mit ungewöhnlicher Tiefe. Indem sie Schemata und Modi – vorübergehende emotionale Zustände – benennt, macht sie Dynamiken lesbar, die für Patient wie Behandler zunächst undurchsichtig bleiben. Vier Merkmale unterscheiden das Verfahren von anderen Ansätzen. Es ist erstens entwicklungsorientiert: Es erklärt, wie frühe Erfahrungen Schemata formen, die Wahrnehmung, Emotion und Verhalten ein Leben lang prägen. Es ist zweitens dimensional statt kategorial, was es besonders für das Verständnis von Persönlichkeitsstörungen geeignet macht. Es räumt drittens der therapeutischen Beziehung eine zentrale Rolle als Wirkfaktor ein, gefasst im Konzept der begrenzten elterlichen Fürsorge (limited reparenting). Und es setzt viertens auf erlebnisorientierte Techniken, die Schemata auf der emotionalen Ebene verändern und nicht nur auf der kognitiven. Von der klassischen kognitiven Verhaltenstherapie unterscheidet sich die Schematherapie damit in drei Punkten: durch ihren Blick auf die Kindheit, durch ihren erweiterten Begriffsrahmen und durch eine tiefere Arbeit an der Beziehung. Wo die kognitive Verhaltenstherapie vorwiegend an gegenwärtigen dysfunktionalen Gedanken ansetzt, verfolgt die Schematherapie die Entstehungsgeschichte der Schwierigkeiten und greift auf ein breiteres Interventionsrepertoire zurück. Dieses Buch macht einen anspruchsvollen Ansatz zugänglich. Sein Aufbau folgt dieser Absicht. Der erste Teil legt den theoretischen Rahmen: Schemata, Bewältigungsstile, Modi und emotionale Grundbedürfnisse. Auch die neueren Entwicklungen finden hier ihren Platz, insbesondere die Beiträge der affektiven Neurowissenschaft und Jaak Panksepps Arbeiten zu den primären emotionalen Systemen.1 Der zweite Teil behandelt das praktische Vorgehen: die Therapiephasen sowie die kognitiven, erlebnisorientierten und verhaltensbezogenen Techniken, die den Kern der Methode bilden. Auch neuere Verfahren wie das Brainspotting nach David Grand und das Comprehensive Resource Model nach Lisa Schwarz werden vorgestellt – als Ergänzungen, die einen direkteren Zugang zu körperlich gespeicherten traumatischen Erinnerungen eröffnen und damit die Arbeit an tief verwurzelten Schemata erweitern. Der dritte Teil überträgt das Modell auf konkrete Störungsbilder: Angststörungen, depressive Störungen, Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen. Ausführliche Fallbeispiele zeigen, wie sich Prinzipien und Techniken im Alltag umsetzen lassen. Der Leitgedanke des Buches ist Zugänglichkeit ohne Verkürzung. Anspruchsvolle Verfahren werden häufig so technisch dargestellt, dass sie im Praxisalltag schwer anwendbar bleiben. Hier wurde der umgekehrte Weg gewählt: ein schrittweiser Aufbau, klare Erklärungen, zahlreiche klinische Beispiele, praktische Übungen und Abbildungen, die die Konzepte im therapeutischen Alltag verankern. Genau diese Didaktik macht die Schematherapie verständlich und umsetzbar, auch bei komplexen Verläufen. Angesprochen sind Studierende der Psychologie ebenso wie erfahrene Behandlerinnen und Behandler. Die einen finden eine strukturierte Einführung in ein bedeutendes Verfahren, die anderen eine Vertiefung und Erweiterung ihres Repertoires. Auch wer bereits schematherapeutisch arbeitet, stößt hier auf neuere Entwicklungen und Anwendungen. Die therapeutische Beziehung nimmt in der Schematherapie eine zentrale Stellung ein. Neuere Forschung zur therapeutischen Empathie hat das Verständnis der beteiligten Beziehungsmechanismen geschärft; diese Befunde sind in die Darstellung der begrenzten elterlichen Fürsorge eingearbeitet. Besondere Aufmerksamkeit gilt dissoziativen Prozessen und der desorganisierten Bindung – ein Zeichen dafür, wie stark sich die Schematherapie in Richtung komplexer Traumafolgestörungen weiterentwickelt hat. Auch der strafende Elternmodus, aus dem ein großer Teil des Leidensdrucks vieler Patienten hervorgeht, wird ausführlich behandelt: seine Herkunft und die Techniken, mit denen er sich verändern lässt. Das Buch ist als Arbeitsbuch gedacht, zum wiederholten Nachschlagen. Es zerlegt jeden Aspekt der Schematherapie in überschaubare Schritte und konkrete Techniken. Dieses schrittweise Vorgehen ist es, was die Aneignung eines anspruchsvollen Verfahrens tatsächlich erleichtert. Die Schematherapie entwickelt sich weiter, getragen von Forschung und klinischer Erfahrung. Der vorliegende Band gibt den gegenwärtigen Stand wieder: er nimmt die jüngsten Entwicklungen auf und bleibt zugleich den Gründungsprinzipien treu. Zwei Hinweise zum Rahmen.


