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Wie man Bindungsstörungen überwindet — William Vanden — Éditions Revolu
Deutsche Bücher

Wie man Bindungsstörungen überwindet

Handbuch der angewandten Psychologie

Pages 167
Langues Deutsch Français Italiano
ISBN 9798170745999
Parution 30/08/2026
Format broché 14,90 €
Format Kindle 6,99 €

Présentation

Warum folgen Ihre Beziehungen immer wieder demselben Drehbuch, das niemand geschrieben hat? Dieselben Missverständnisse, dieselbe Erschöpfung, dieselbe Distanz am Ende. Die Bindungsforschung zeigt, dass diese Wiederholungen weder Zufall noch Charakterschwäche sind: Sie folgen Mustern, die lange vor den ersten Worten entstanden sind und bis heute bestimmen, wie Nähe erlebt wird. Dieses Buch macht diese Muster sichtbar. Es beschreibt, was sichere Bindung ausmacht, worin sich die unsicheren Formen unterscheiden und wie weit ihre Spuren ins Erwachsenenleben reichen — in die Partnerschaft, in Freundschaften, in den Beruf und in das Verhältnis zu sich selbst. Es führt zu den frühen Erfahrungen zurück, aus denen diese Muster hervorgegangen sind, und zu der Frage, was von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Vor allem aber zeigt es, dass diese Prägungen nicht feststehen. Das Gehirn behält lebenslang die Fähigkeit, Erlerntes umzubauen. Beobachtungsfragen und Übungen begleiten den Weg von der Selbsteinschätzung bis zur schrittweisen Veränderung. Ein Buch für alle, die ihre wiederkehrenden Beziehungsschwierigkeiten verstehen und etwas daran ändern wollen.

Sommaire

Warum Bindung Ihr Beziehungsleben bestimmt
Die Bindungsstörung erkunden
Was sichere Bindung ausmacht
Die Formen unsicherer Bindung unterscheiden
Die Folgen im Erwachsenenleben ermessen
Den seelischen Ursprüngen nachgehen
Frühe Verletzungen entschlüsseln
Transgenerationale Weitergabe verstehen
Unbewusste Wiederholungsmuster erkennen
Die eigene Standortbestimmung
Den vorherrschenden Bindungsstil einschätzen
Eigene Abwehrmechanismen aufspüren
Beziehungsauslöser kartieren
Sichere Bindung aufbauen
Innere Arbeitsmodelle umbauen
Emotionale Selbstregulation üben
Heilsame Beziehungen entwickeln
Das Erreichte langfristig sichern

Extrait

Manche Beziehungen folgen einem Drehbuch, das niemand geschrieben hat. Dieselben Missverständnisse, dieselben Sackgassen, dieselbe Erschöpfung am Ende. Vielleicht kennen Sie die Neigung, sich immer wieder Partner zu suchen, die emotional nicht verfügbar sind. Vielleicht ziehen Sie sich zurück, sobald Nähe zu dicht wird. Vielleicht klammern Sie sich an Bindungen fest, die Ihnen erkennbar schaden. Diese Wiederholungen sind weder Pech noch ein Charakterfehler. Sie haben eine Geschichte, und diese Geschichte beginnt lange bevor Sie Worte hatten, um sie zu erzählen. Die Bindungstheorie gehört zu den fruchtbarsten Entwicklungen der modernen Psychologie. Der britische Psychiater John Bowlby entwickelte sie in den 1950er Jahren aus der Beobachtung heraus, dass Kinder auf Trennung von ihren Bezugspersonen nicht mit Gleichgültigkeit reagieren, sondern mit einer klar erkennbaren Abfolge von Protest, Verzweiflung und Loslösung.1 Seine zentrale These: Der Mensch kommt mit einem angeborenen Bedürfnis nach Nähe und Schutz zur Welt, ebenso grundlegend wie Hunger oder Durst. Wie zuverlässig dieses Bedürfnis in den ersten Lebensjahren beantwortet wird, formt das, was Fachleute innere Arbeitsmodelle nennen: mentale Landkarten, die später bestimmen, wie wir auf andere Menschen zugehen. Diese Modelle entstehen früh, arbeiten weitgehend unbewusst und begleiten uns ein Leben lang. Das ist keine akademische Feinheit. Diese Perspektive erklärt, warum manche Menschen in ständiger Angst vor dem Verlassenwerden leben, während andere bei jeder Form emotionaler Nähe innerlich zurückweichen. Sie macht verständlich, warum kluge und feinfühlige Erwachsene Partnerwahlen treffen, die ihrem eigenen Wohl offensichtlich zuwiderlaufen. Und sie zeigt, durch welche Mechanismen Liebe sich in ein Gefängnis und Nähe sich in eine Bedrohung verwandeln kann. Eine Zahl macht deutlich, wie verbreitet das Thema ist: Über verschiedene Kulturen hinweg zeigen etwa fünfundfünfzig bis sechzig Prozent der Erwachsenen ein sicheres Bindungsmuster. Die übrigen vierzig Prozent verteilen sich auf die unsicheren Formen. Wer sich in den folgenden Kapiteln wiedererkennt, gehört also keiner kleinen Randgruppe an, sondern einer beträchtlichen Minderheit — und die Forschung zeigt zugleich, dass diese Verteilung nicht festgeschrieben ist. Bindungsstile verändern sich über die Lebensspanne, in beide Richtungen. Dieses Buch ist keine Fachabhandlung für Therapeuten. Es begleitet Sie bei einer persönlichen Arbeit des Verstehens und der Veränderung. Sie finden darin die theoretischen Grundlagen, die für ein tragfähiges Verständnis nötig sind — aber immer im Dienst konkreter Anwendung. Auf jeden Begriff folgen praktische Übungen, Beobachtungsraster und Werkzeuge, die Sie eigenständig einsetzen können. Ziel ist nicht, aus Ihnen einen Experten für Entwicklungspsychologie zu machen, sondern Ihnen die Mittel an die Hand zu geben, Ihr eigenes Beziehungsverhalten zu verändern. Der Weg gliedert sich in vier Teile. Der erste erkundet das Gelände: Was zeichnet sichere Bindung aus, welche unsicheren Formen gibt es, und wie weit reichen ihre Folgen ins Erwachsenenleben hinein. Diese erste Kartierung trägt alles Weitere. Der zweite Teil führt zu den Quellen. Frühe Verletzungen, unterbrochene Bindungen, die stille Weitergabe unverarbeiteter Erfahrungen über Generationen hinweg — all das hat Ihre heutigen Muster geformt. Dieser Rückblick dient nicht dazu, das Vergangene zu wiederholen oder Schuldige zu benennen, sondern die innere Logik Ihres Funktionierens sichtbar zu machen. Der dritte Teil ist Ihre persönliche Standortbestimmung. Sie lernen, Ihren vorherrschenden Bindungsstil einzuschätzen, Ihre typischen Abwehrmechanismen zu erkennen und die Situationen zu kartieren, die bei Ihnen die heftigsten emotionalen Reaktionen auslösen. Ohne diese genaue Selbstkenntnis bleibt jede Veränderung ein Zufallstreffer. Der vierte Teil bildet den praktischen Kern. Er versammelt die Strategien und Übungen, mit denen Sie Ihre inneren Arbeitsmodelle schrittweise umbauen, Ihre Fähigkeit zur emotionalen Selbstregulation entwickeln und Beziehungen aufbauen, die tatsächlich heilsam wirken. Dazu kommen die Mittel, das Erreichte über die Zeit zu sichern. Dieses Buch richtet sich an Sie, wenn Sie wiederkehrende Beziehungsschwierigkeiten erleben, deren Ursprung Ihnen verschlossen bleibt. Wenn Sie unter emotionaler Abhängigkeit leiden, unter einer überwältigenden Verlassensangst — oder umgekehrt unter der Unfähigkeit, sich auf Nähe einzulassen. Wenn Ihre Liebes-, Freundschafts- oder Arbeitsbeziehungen Mustern folgen, die Sie unbefriedigt und ratlos zurücklassen. Es ersetzt keine Psychotherapie. Bei ausgeprägten Beschwerden ist professionelle Begleitung angezeigt. In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Richtlinienverfahren bei approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten; der Weg dorthin führt über die Terminservicestelle unter der Rufnummer 116 117 oder über die psychotherapeutische Sprechstunde. Als Ergänzung zu einer laufenden Behandlung oder als erster Schritt für alle, die noch nicht bereit sind, eine Praxis aufzusuchen, kann dieses Buch dennoch nützlich sein. Zwei Klarstellungen gehören an den Anfang. Die erste betrifft die Sprache. Der Begriff Bindungsstörung wird in der Fachliteratur eng gefasst und bezeichnet dort ein Störungsbild des Kindesalters, das nach schwerer Deprivation auftritt.
Wie man Bindungsstörungen überwindet par William Vanden - Éditions Revolu

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