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Psychologie Grundwissen kompakt — William Vanden — Éditions Revolu
Deutsche Bücher

Psychologie Grundwissen kompakt

250 Schlüsselbegriffe, Denkschulen und Forschungsfelder der modernen Psychologie

Pages 141
Langues Deutsch Français
ISBN 9798193500926
Parution 18/08/2026
Format broché 14,90 €
Format Kindle 6,99 €

Présentation

Warum handeln Menschen regelmäßig gegen ihre eigenen Absichten? Die Antwort liegt selten dort, wo die Alltagspsychologie sie vermutet. Dieses Buch führt durch das Grundwissen der Psychologie: von den ersten Messungen des Erlebens im Leipzig des 19. Jahrhunderts über die großen Denkschulen — Strukturalismus, Psychoanalyse, Behaviorismus, Gestaltpsychologie, kognitive Wende — bis zu den Feldern, in denen heute geforscht und gearbeitet wird. Wahrnehmung und Gedächtnis, Persönlichkeit und Motivation, Entwicklung über die Lebensspanne, das Verhalten in Gruppen, Arbeit, Lernen, Gesundheit. Jedes Kapitel erklärt, woher ein Begriff stammt, was er erklärt und wo seine Grenzen liegen. Denn die Psychologie hat in den vergangenen Jahren einiges über sich selbst gelernt: Manches, was jahrzehntelang in jedem Lehrbuch stand, hat der Überprüfung nicht standgehalten. Wer verstehen will, was heute als gesichert gilt und was nicht, findet hier beides. Ein Schnelleinstieg in eine Wissenschaft, die weniger verspricht als die Ratgeberliteratur und mehr hält — geschrieben für alle, die keine Vorkenntnisse mitbringen und trotzdem wissen wollen, worauf die Aussagen beruhen.

Sommaire

Warum Psychologie uns alle angeht
Die Grundlagen der Psychologie
Was ist Psychologie?
Die Pioniere: Wie aus Philosophie eine Wissenschaft wurde
Die großen Denkschulen im Überblick
Psychologie als interdisziplinäre Wissenschaft
Die wichtigsten theoretischen Ansätze
Der Strukturalismus von Wundt und Titchener
Der Funktionalismus von James und Dewey
Die Psychoanalyse nach Freud
Die Tiefenpsychologie nach Freud: Jung, Adler und die Nachfolger
Der Behaviorismus von Watson und Skinner
Die Gestaltpsychologie
Die humanistische Psychologie von Maslow und Rogers
Der kognitive Ansatz und die Informationsverarbeitung
Neuropsychologie und Neurowissenschaften
Entwicklungstheorien von Piaget bis heute
Die Anwendungsfelder der Psychologie
Klinische Psychologie und Psychopathologie
Entwicklungspsychologie
Sozial- und Kulturpsychologie
Kognitive Psychologie und Gedächtnis
Persönlichkeitspsychologie
Arbeits- und Organisationspsychologie
Pädagogische Psychologie
Umweltpsychologie
Sport- und Leistungspsychologie
Rechts- und Kriminalpsychologie
Gesundheitspsychologie und Wohlbefinden

Extrait

Jeder Mensch betreibt Psychologie. Wer einschätzt, ob das Gegenüber die Wahrheit sagt, wer sich fragt, warum ein Streit vom Zaun brach, den niemand wollte, wer ein Kind tröstet oder eine Verhandlung führt, arbeitet mit einem Modell davon, wie Menschen funktionieren. Dieses Modell haben wir uns nicht ausgesucht. Es ist aus Erfahrung gewachsen, aus Erzählungen, aus Sprichwörtern, aus dem, was wir bei anderen beobachtet haben. Und es funktioniert erstaunlich gut – bis zu dem Punkt, an dem es das nicht mehr tut. Genau an diesem Punkt beginnt die wissenschaftliche Psychologie. Sie ist nicht die Fortsetzung der Alltagspsychologie mit besseren Vokabeln, sondern ihre systematische Überprüfung. Vieles von dem, was uns über die menschliche Natur einleuchtend erscheint, hält der Prüfung stand. Anderes nicht. Dass Gegensätze sich anziehen, klingt plausibel, lässt sich aber in der Partnerschaftsforschung kaum belegen; Ähnlichkeit sagt Zufriedenheit weit zuverlässiger vorher. Dass wir uns an bedeutsame Ereignisse besonders genau erinnern, fühlt sich unbestreitbar an – und ist doch nur zum Teil richtig, weil auch lebhafte Erinnerungen im Lauf der Jahre still umgeschrieben werden. Dass ein Mensch entweder gut oder böse handelt, entspricht unserem Bedürfnis nach klaren Verhältnissen; die Sozialpsychologie zeigt seit siebzig Jahren, wie stark die Situation mitbestimmt, wozu jemand fähig ist. Die Psychologie ist deshalb keine Sammlung von Lebensweisheiten. Sie ist eine empirische Wissenschaft, die sich mit dem Erleben und Verhalten des Menschen befasst und dabei denselben Regeln folgt wie andere Wissenschaften: Sie formuliert Annahmen so, dass sie scheitern können, sie misst, sie vergleicht, sie veröffentlicht ihre Methoden, damit andere sie nachprüfen können. Was sie über den Menschen sagt, sagt sie unter Vorbehalt, und dieser Vorbehalt ist kein Mangel, sondern ihr eigentliches Qualitätsmerkmal. Zugleich ist die Psychologie eine ungewöhnlich breite Wissenschaft. Zwischen der Frage, wie eine einzelne Nervenzelle einen Reiz weiterleitet, und der Frage, warum eine Gesellschaft in Lager zerfällt, liegen viele Größenordnungen – und beide Fragen gehören zu ihrem Gebiet. Diese Spannweite erklärt, warum es nicht die Psychologie gibt, sondern eine Reihe von Denkschulen, die zu verschiedenen Zeiten verschiedene Antworten für selbstverständlich hielten. Wer diese Schulen kennt, versteht die heutige Psychologie besser als jemand, der nur ihre aktuellen Ergebnisse auswendig lernt. Denn jede von ihnen hat eine Frage in die Welt gesetzt, die bis heute nachhallt: Woraus besteht Bewusstsein? Wozu ist es gut? Was geschieht in uns, ohne dass wir davon wissen? Wie viel von unserem Verhalten ist gelernt? Warum nehmen wir Formen und Ganzheiten wahr, wo physikalisch nur Einzelreize vorliegen? Ein Wort zum Anspruch dieses Buches. Es führt in die Grundlagen ein, nicht in die Forschungsfront. Wer die Sprache der Psychologie beherrschen will – Bewusstsein und Unbewusstes, Konditionierung und Verstärkung, Gestalt und Aperzeption, Kognition und Schema, Persönlichkeit und Motivation —, findet sie hier erklärt, mit ihrer Herkunft, ihren Erfinderinnen und Erfindern und ihren Grenzen. Wer anschließend ein Lehrbuch von neunhundert Seiten aufschlägt, wird sich darin zurechtfinden, statt darin unterzugehen. Und ein Wort zur Vorsicht. Psychologisches Wissen erzeugt leicht das Gefühl, andere durchschauen zu können. Dieses Gefühl trügt fast immer. Ein Fachbegriff ist keine Diagnose, eine Theorie ist kein Urteil über einen konkreten Menschen, und die Beschreibung eines Musters sagt nichts Sicheres über die Person vor uns. Die nützlichste Wirkung dieses Wissens ist eine andere: Es macht die eigenen Selbstverständlichkeiten sichtbar. Man beginnt zu bemerken, wie stark der erste Eindruck das spätere Urteil färbt, wie zuverlässig das Gedächtnis Lücken mit Plausiblem füllt, wie sehr die Anwesenheit anderer die eigene Entscheidung verschiebt. Das ist unbequem und außerordentlich brauchbar. Wer eigene Beschwerden erkennt – anhaltende Niedergeschlagenheit, Ängste, die den Alltag einengen, Belastungen nach schweren Erlebnissen —, findet in diesem Buch Erklärungen, aber keine Behandlung. Dafür sind Hausärztinnen und Hausärzte, ärztliche und psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen zuständig, die unter der bundesweiten Nummer 116 117 erreichbar sind.1 Die Psychologie stellt eine Frage, die älter ist als sie selbst und die keine andere Wissenschaft stellvertretend beantworten kann: Was für ein Wesen ist der Mensch, der sich diese Frage stellt? Sie hat darauf bis heute keine abschließende Antwort. Was sie hat, sind Methoden, um der Antwort näherzukommen, ohne sich selbst zu belügen. Damit beginnt alles Weitere. 1 . Kassenärztliche Bundesvereinigung, Terminservicestellen nach § 75 Abs. 1a SGB V; bundesweite Rufnummer 116 117.

Kapitel 1 Was ist Psychologie? Die Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen. Diese Definition wirkt schlicht, und sie ist es nicht.
Psychologie Grundwissen kompakt par William Vanden - Éditions Revolu

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