Deutsche Bücher
Auswandern in die Schweiz
Das komplette Handbuch für Auswanderer und Grenzgänger
Format broché
14,99 €
Format numérique
6,99 €
Présentation
Was bleibt am Monatsende wirklich übrig, wenn der Lohn in Franken kommt und die Miete in Euro bezahlt wird? Mehr als 400 000 Deutsche arbeiten heute in der Schweiz, als Grenzgänger oder mit eigenem Wohnsitz. Die Löhne sind hoch, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, und die Sprache scheint dieselbe zu sein. Genau darin liegt das Risiko: Wer die Schweiz für ein etwas teureres Deutschland hält, trifft Entscheidungen, die sich später nicht mehr korrigieren lassen. Dieses Buch begleitet den gesamten Weg, von der ersten Bewerbung bis zur Frage, was mit den Vorsorgeguthaben geschieht, wenn man eines Tages zurückkehrt. Es zeigt, wovon die Wahl zwischen Grenzgängerstatus und Wohnsitz tatsächlich abhängt, welche Fristen wirklich zählen und an welchen Stellen deutsche Gewohnheiten in der Schweiz teuer werden. Bewilligungen, Bewerbung, Lohnverhandlung, Arbeitsvertrag, Wohnungssuche, Krankenversicherung, Vorsorge, Steuern, Schule, Alltag: jedes Thema mit den Zahlen, den Fristen und den Fallen, die in keinem Merkblatt stehen. Für alle, die ihren Wechsel in die Schweiz nicht dem Zufall überlassen wollen.Sommaire
Warum die Schweiz?
Der richtige Status
Grenzgänger oder Wohnsitz in der Schweiz
Die richtige Bewilligung beantragen
Selbstständig arbeiten oder gründen
Der Weg zur Stelle
Den Schweizer Arbeitsmarkt sondieren
Bewerben nach Schweizer Standard
Den Lohn richtig verhandeln
Den Schweizer Arbeitsvertrag verstehen
Ankommen und einrichten
Anmeldung und Behördengänge
Eine Wohnung finden
Bankkonten und Zahlungsverkehr
Soziale Absicherung
Die richtige Krankenversicherung wählen
Das Schweizer Vorsorgesystem verstehen
Arbeitslosigkeit absichern
Kindergeld und Familienzulagen
Steuern
Steuern als Einwohner der Schweiz
Steuern als Grenzgänger
Alltag und Perspektiven
Kinder einschulen
In der Schweizer Gesellschaft ankommen
Bleiben oder zurückkehren
Formulare und Anlaufstellen
Den Start meistern
Extrait
Die Schweiz ist das mit Abstand beliebteste Auswanderungsziel der Deutschen. Ende 2025 lebten dort 338 584 deutsche Staatsangehörige dauerhaft — nach den Italienern die zweitgrösste ausländische Bevölkerungsgruppe des Landes. Rechnet man die rund 65 000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger hinzu, die täglich oder wöchentlich aus Baden-Württemberg über die Grenze pendeln, arbeiten heute mehr als 400 000 Deutsche in der Schweiz. Allein der Landkreis Lörrach stellt über 22 000 davon. Diese Zahlen sind kein Zufall und keine Modeerscheinung. Sie beruhen auf Gründen, die sich benennen und nachrechnen lassen — und auf Nachteilen, die sich ebenso benennen lassen. Beide gehören in dieses Buch. Was den Ausschlag gibt Zuerst das Geld. Ein Schweizer Bruttolohn liegt für vergleichbare Positionen regelmässig fünfzig bis achtzig Prozent über dem deutschen Niveau. Eine Ingenieurin im Raum Basel, ein Pflegefachmann in Zürich, eine IT-Spezialistin in Zug verdienen in Franken, was in Euro kaum zu erreichen wäre. Der Franken ist zudem stabil und gegenüber dem Euro über Jahre stärker geworden, was den Abstand zusätzlich vergrössert. Diese Rechnung ist unvollständig, solange sie den Rest ignoriert. Die Lebenshaltungskosten liegen deutlich höher, die Krankenversicherung ist eine Kopfprämie ohne Familienmitversicherung, und die Mieten in Zürich, Genf und Basel gehören zu den höchsten Europas. Ob am Monatsende tatsächlich mehr übrig bleibt, hängt davon ab, wo Sie wohnen, wie Sie versichert sind und in welchem Kanton Sie Steuern zahlen. Der Bruttolohn entscheidet nicht, das verfügbare Einkommen entscheidet. Dieses Buch führt Sie durch jede einzelne Position dieser Rechnung. Der zweite Grund ist der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote bewegt sich seit Jahren zwischen zwei und drei Prozent. In der Pflege, in der Medizin, in der Informatik, im Maschinen- und Elektroingenieurwesen, im Bau und im Gastgewerbe fehlen Fachkräfte, die das Schweizer Bildungssystem nicht in ausreichender Zahl hervorbringt. Deutsche Bewerber sind auf diesem Markt gefragt: Die duale Berufsausbildung ist in beiden Ländern ähnlich aufgebaut, Abschlüsse sind gut vergleichbar, und in der Deutschschweiz entfällt die Sprachbarriere, an der Bewerber aus anderen Ländern scheitern. Der dritte Grund ist die Infrastruktur. Ein Bahnnetz, das nach Fahrplan fährt. Verwaltungen, die Fristen einhalten und Anträge beantworten. Ein Gesundheitssystem, dessen Leistungen zu den besten Europas zählen. Wer aus Deutschland kommt, bemerkt diesen Unterschied im Alltag schnell — und bezahlt ihn über Prämien, Gebühren und Preise ebenso deutlich. Was Sie unterschätzen könnten Die Schweiz ist kein Land, in dem alles leichter wird, sobald die Grenze hinter Ihnen liegt. Die föderale Struktur ist der erste Stolperstein. Sechsundzwanzig Kantone entscheiden weitgehend selbst über Steuern, Schulen, Bewilligungen und Verwaltungsverfahren. Die Steuerbelastung unterscheidet sich zwischen Zug und Genf um mehr als das Doppelte, Anmeldefristen und Unterlagen variieren von Kanton zu Kanton, und die Schulsysteme sind nicht deckungsgleich. Ein Umzug nach Basel bereitet sich anders vor als einer nach Zürich oder ins Tessin. Wer die Schweiz als einen einheitlichen Rechtsraum behandelt, macht Fehler, die Geld und Monate kosten. Der zweite Stolperstein ist die Sprache — gerade für Deutsche, die keine erwarten. Amts-, Schrift- und Geschäftssprache der Deutschschweiz ist Hochdeutsch, und Ihre Bewerbung wird niemand daran messen. Gesprochen wird jedoch Schweizerdeutsch, und zwar überall: in der Teamsitzung, in der Kaffeepause, am Telefon, im Elternabend. Diese Diglossie ist kein Randphänomen, sondern der Normalzustand. Sie werden in den ersten Monaten Gespräche nur zur Hälfte verstehen und dabei den Eindruck haben, eigentlich müssten Sie alles verstehen. Das ist unangenehm, es ist normal, und es geht vorbei — vorausgesetzt, Sie hören zu, statt sich darauf zu verlassen, dass man Ihretwegen umschaltet. Der dritte Punkt wird selten offen ausgesprochen. Deutsche sind in der Schweiz zahlreich, und sie sind nicht überall gleich willkommen. In Spitälern, an Universitäten und in der Verwaltung sind sie so präsent, dass daraus seit rund zwanzig Jahren ein politisches Thema geworden ist. Hinzu kommen Reibungen im Umgangston: Was in Deutschland als sachlich und effizient gilt, wirkt in der Schweiz häufig schroff. Wer das weiss, kommt gut zurecht. Wer es nicht weiss, wundert sich über Distanz, die er selbst erzeugt hat. Für wen dieses Buch geschrieben ist Es richtet sich an mehrere Gruppen mit demselben Vorhaben. An Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Stellensuche, die wissen müssen, wie der Schweizer Arbeitsmarkt funktioniert, welche Unterlagen ein Bewerbungsdossier enthält und woran Bewerbungen aus Deutschland regelmässig scheitern. An künftige Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten und in Deutschland wohnen bleiben wollen. Für sie gilt ein eigener steuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Rahmen — Artikel 15a des Doppelbesteuerungsabkommens, die 60-Tage-Regelung, das Optionsrecht in der Krankenversicherung —, dessen Feinheiten über mehrere tausend Euro im Jahr entscheiden.
